Legendäre Söldner

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Die Vogelmenschen von Catrazza

 

„Sie kamen aus heiterem Himmel und deckten unsere dichten Ränge mit Armbrustbolzen ein. Bevor wir agieren konnten, waren sie schon wieder weg. Danach näherten sie sich uns aus einem anderen Winkel und jagten ihre Bolzen in unsere ungeschützten Rücken. Natürlich ergaben wir uns“
Der Soldat Günter Freisheim über seine Beteiligung am Fiasko vom Krähenpaß

 

Daddallo war ein wohlbekannter Handwerker und Windmühlenbauer aus der tileanischen Stadt Verezzo. Er war besessen von der Idee, wie ein Vogel fliegen zu können, nachdem er einige verloren geglaubte Manuskripte von Leonardo di Miragliano in die Hände bekommen hatte. Inspiriert durch die darin enthaltenen Ideen begann er mit der Konstruktion von Flugmaschinen. Erst viel später erkannte er in den Dokumenten raffinierte Fälschungen. Aber da war es schon viel zu spät und Gedanke zu fliegen verdrängte jeden Funken gesunden Menschenverstandes aus seinem Gehirn.

Daddallos erste Flugversuche waren nicht von Erfolg gekrönt, und trugen eher zur Unterhaltung der Bürger Verezzos bei, die sich bei seinen Sprungversuchen von den hohen Türmen der Stadt immer auf der Piazza versammelten. Zu Daddallos Glück funktionierte wenigsten seine Version von Leonardos Fallschirm. Er erregte jedoch die Mißgunst der mächtigen Familie Batta von Verezzo, als er durch das Dach ihres Landhauses stürzte und direkt in der Marmorbadewanne der Hausherrin landete, während diese gerade darin lag. Als ob dies noch nicht schlimm genug wäre, landete er außerdem direkt auf dem Hauptmann der Leibgarde (der aus welchen Gründen auch immer in der Badewanne saß) und tötete diesen auf der Stelle. Dadallo wurde verhaftet und in den schiefen Turm der Stadt gebraucht, um die Republik vor weiterem Schaden zu bewahren!

Mit dem festen Entschluß zu fliegen, verbrachte er seine Zeit damit, aus seinem Zellenbett und Bettzeug einen leichten Holzrahmen mit Stoffbespannung zu bauen. Bald war bereit, aus seinem Zellenfenster zu springen, welches über keine Gitter verfügte, da es viel zu hoch lag, um überhaupt nur an Flucht zu denken. Dadallos Flucht wurde spektakulär und berühmt, da er über die Dächer Verezzos hinweg in die Freiheit flog, anstelle auf der Piazza in den sicheren Tod zu stürzen.

Nach diesem Erfolg verbrachte er das folgende Jahr im Exil damit, neue Mitglieder aus den besten und schlankesten Schützen Tileas für sein Regiment der „Vogelmenschen“ auszuheben und zu trainieren. Da seine künstlichen Flügel mittels Fußpedalen bedient werden und die Arme damit frei sind, vermögen Dadallo und seine Mannen im Flug mit der Armbrust zu schießen! Um den Eindruck wilder Raubvögel noch zu verstärken, tragen sie groteske Masken mit langen, schnabelartigen Nasen, wie man sie aus dem tileanischen Karneval kennt. Sie können fliegen, und ihr Schlachtruf "Horrido!" wurde nicht nur deswegen in ganz Tilea gefürchtet.

Berühmt wurde das Regiment durch der erfolgreichen Befreiung der jungen Isabella Dellecta aus dem schiefen Turm von Catrazza, wodurch diese Tat zum Namensgeber wurde. Auch in vielen anderen ähnlichen Aktionen oder dem Einsatz in regulären Schlachten taten sich die Vogelmenschen immer besonders hervor, so daß dieses fliegende Regiment zu recht in ganz Tilea gefürchtet ist!


Hauptmann: Daddallo
Motto: Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten!
Schlachtruf: Horrido!

 

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